VERA TAVARES

Interview

Sie vereint Soul mit Sinnlichkeit und begeistert ihr Gegenüber sofort mit ihrem herzlichen Lachen: Vera Tavares.

Geboren auf den Kapverdischen Inseln und aufgewachsen in Portugal zog es die 29­‐jährige Sängerin schnell nach Deutschland,
um an ihrer Karriere zu arbeiten – mit vielversprechendem Erfolg.

Neben ihrer Arbeit am ersten Album stand die Musikerin jetzt für SLY010 als Model vor der Kamera.

“Ich liebe extravagante Looks.“

Für das internationale Fashion Label SLY010 zeigst Du verschiedene Looks – welcher davon war Dein Favorit?
Ich liebe den Rock in Silber – in dem habe ich mich sofort wohl gefühlt. Und er hat mich an Alicia Keys erinnert. Als ich Alicia zum ersten Mal getroffen habe trug sie einen ähnlichen Look. Aber auch die restliche Kollektion gefällt mir sehr – sie ist stylish, young und dennoch sehr bequem.

Welche Rolle spielt Fashion in Deinem Leben?
Schon als ich klein war wollte ich Stylistin werden. Ich habe immer sehr viele Bilder mit Kleidern skizziert, dass mir die Lehrer in der Schule geraten haben, Design zu studieren. Aber Musik hatte dann doch einen noch größeren Einfluss auf mich.

Wie wichtig ist der richtige Look auf der Bühne?
Als Künstlerin verkörperst du auf der Bühne eine bestimmte Person und die Mode spielt dabei eine wichtige Rolle, diese Persönlichkeit hervorzuheben.

Wie muss dann das perfekte Show-­Outfit sein?
Ich liebe extravagante Looks, die zugleich glamourös und elegant sind. Kürzlich hatte ich ein Private Concert in München, bei dem ich ein weißes Korsett mit einem weißen Blazer getragen habe – etwas maskulin, aber dennoch elegant. Das Outfit muss zur Performance passen und zugleich meine Persönlichkeit verkörpern.

“Mit 16 Jahren hatte ich meine erste Rolle in einem Musical.“

Deine Leidenschaft ist die Musik, das Singen. Wann hast Du gemerkt, dass es mehr als ein Hobby ist?
Schon als Kind mit fünf Jahren habe ich gesungen und meine Eltern angefleht bei einer Kinder‐Castingshow mitzumachen, dann war ich in Tanzgruppen und hatte mit 13 Jahren schon meine erste Band. Da meine Eltern in meiner Jugend gegen eine Gesangskarriere waren, hat mich das noch mehr gepusht meine Leidenschaft auszuleben. Mit 16 Jahren hatte ich dann meine erste Rolle in einem Musical in Portugal und mit meinem Umzug nach Deutschland ging es weiter.

Und dann kam 2016 ‚The Voice of Germany’…
Dabei wollte ich zuerst nicht bei der Show mitmachen. Selbst mein guter Freund Jim Rakete hat mir damit gedroht, nicht mehr mit mir zu reden, wenn ich dort mitmache. Aber heutzutage ist es sehr schwierig ohne TV­‐Shows eine große Masse zu erreichen. Und ‚The Voice of Germany’ ist ein sehr anspruchsvolles und positives Format – das war mir wichtig.

Wie sind Deine nächsten Pläne?
Derzeit arbeite ich an meinem Album, welches ich zusammen mit einem DJ produziere und bei dem ich alles selber schreibe. Daraus haben wir gerade acht Songs in München präsentiert und die Resonanz war sehr positiv.

“Jeder Song, den ich schreibe, ist ein Teil von mir.“

Warum überrascht Dich das?
Das Publikum kennt mich eher aus der Jazz‐Richtung und die neuen Songs haben einen Pop‐/Soul­‐Stil. Und sie kamen trotzdem extrem gut an – einige Gäste sangen sogar direkt den ersten Song mit. Und das in München! Das habe ich nicht erwartet und es hat mich sehr glücklich gemacht.

Wie viel Deiner Persönlichkeit steckt in Deinen Songs?
Alles! Jeder Song, den ich schreibe, ist ein Teil von mir. Ich bin quasi nackt auf der Bühne, wenn ich singe.

Was inspiriert Dich beim Schreiben?
Mein Leben und das Leben der Personen aus meinem Umfeld sind meine Inspiration. Ich bin zwar ein extrovertierter Mensch und kann innerlich nicht ruhig bleiben, aber ich achte auf jede Kleinigkeit von meinem Gegenüber. Bei mir muss man auf der Hut sein, ich bekomme alles mit (lacht).

Bist Du eher eine Person, die spontan entscheidet oder die auf lange Sicht plant?
Ich bin nur spontan, wenn ich spontan sein muss. An Silvester beispielsweise denke ich schon darüber nach, wie mein Jahr ablaufen soll. Von Januar, Februar, März bis hin zum Ende des Jahres. Dabei habe ich immer einen Plan A, Plan B und Plan C. Erst wenn sich keiner der drei Pläne umsetzen lässt, werde ich spontan.

“Ich mag den Mix und wie die Berliner ticken.”

Du bist in Portugal aufgewachsen. Wie kam es, dass Du nach Deutschland ziehen wolltest?
Ich habe bereits mit sechs Jahren meiner Mutter gesagt, dass ich nach Deutschland fliege und nie wieder zurückkommen werde. Meine Mama hat mich nur erstaunt angeschaut und gefragt, ob ich weiß wo Deutschland liegt (lacht). Mit zwölf Jahren habe ich in der Schule erzählt, dass ich nach Deutschland gehen werde. Als ich dann 21 Jahre alt war und jedem erzählen konnte wo ich bin, waren sie dann doch erstaunt, dass ich wirklich in Deutschland gelandet bin.

Berlin ist dann Deine Wahlheimat geworden. Was ist das Besondere an der deutschen Metropole?
Berlin war von Anfang an meine erste Wahl. Die Stadt ist multikulturell, obwohl man überall mit der deutschen Historie konfrontiert wird. Ich mag den Mix und wie die Berliner ticken. Sie sind nicht so offen, wie man es anfänglich denkt, aber dafür tolerant. Und das finde ich sehr wichtig.

Verrätst Du uns Deine Lieblingsplätze in Berlin?
Ich bin gerne an der Admiralbrücke am Landwehrkanal in Kreuzberg und am Charlottenburger Tor an der Straße des 17. Juni. Dort stehe ich gerne, wenn ich Fragen habe und nachdenken möchte.

Denkst Du Berlin kann im internationalen Vergleich im Mode-­ und Musikbusiness mithalten?
Bei der Vielzahl an unterschiedlichen Künstlern in der Musikbranche kann sich Berlin international auf jeden Fall sehen lassen. Sonst würden nicht so viele Musiker nach Berlin ziehen oder zum Arbeiten hierher kommen. Und auch die deutschen Fashionlabels sind etwas Besonderes und sollten noch viel mehr unterstützt werden.

Herzlichen Dank für das Interview, liebe Vera!

Für das Interview trafen sich Sinah Stranghöner (Labels PR / #stilnotizen) und Vera Tavares im Restaurant Grace im Hotel Zoo.

Mehr über Vera Tavares erfahrt Ihr auf ihrer Facebook Seite.